Igelhotel

Der Braunbrust- oder Westeuropäische Igel (Erinaceus europaeus)  gilt als bedroht und wurde von der IUCN neu auf die Rote Liste der potenziell gefährdeten Arten gesetzt, da seine Populationen stark zurückgehen. Gründe dafür sind hauptsächlich der Lebensraumverlust (Versiegelung von Flächen), die intensive Landwirtschaft (Monokulturen und Pestizideinsatz), die Gefahren in den Gärten (Mähroboter) und der Klimawandel (Dürreperioden und Nahrungsknappheit). In der Schweiz sind die Bestände signifikant gesunken, weshalb der Schutz von Igeln, z.B. durch das Schaffen von Unterschlüpfen, dringend notwendig ist.

Auch in unserem Garten haben die Besuche von Igeln und ihren Familien in den letzten Jahren merkbar abgenommen. So habe ich mich entschlossen, den Igeln für den Winterschlaf ein sicheres Winterquartier zur Verfügung zu stellen.
Schon ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot für Igel deutlich knapper, die Alttiere beginnen ihr Winternest zu bauen und Jungigel versuchen noch weiter an Gewicht zuzulegen. Ihre Winterquartiere suchen die Igel bei anhaltenden Bodentemperaturen um null Grad auf. Schutz gegen Kälte finden sie in Erdmulden, unter Hecken oder eben in Reisighaufen. Das ideale Winterquartier besteht aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub. Neben natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten kann man zusätzlich ein Igelhäuschen aufstellen. Wer Tieren einen dauerhaften Platz bieten möchte, kann den Reisighaufen mit einer Basis aus Feldsteinen versehen. So habe ich im Internet nach Tipps und Hinweisen zum Nestbau für den Winterschlaf von Igeln gesucht.
Nach der Standortsuche und der Materialbeschaffung baute ich mein erstes Igelhaus.

Das unbehandelte Fichtenholz habe ich aus einem Restposten Täferlatten gesägt und zusammengebaut. Als Schutz dienten einige Gartenplatten, die mit Nagelbindern zusammengehalten werden. Als Grundlage für das Nest (ohne Holzboden) dient ein Sandbeet von einigen Zentimetern Dicke und einem grossen Strohlager. Die Igel ergänzen dann mit Falllaub ihr Nest nach Belieben. Abschliessend wird das «Hotel» mit grobem Reisig und zerkleinertem Falllaub vom letzten Jahr abgedeckt.
Ein wichtiger Punkt ist die Bereitstellung von Igelnahrung im Spätherbst. Spezielles Igelfutter (z.B. aus Baumärkten) und Wasser in Tonschalen erlauben dem Igel seinen notwendigen Fettvorrat «anzufressen». So überleben die Igel den Winterschlaf bis zum Frühling.

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