Obschon ich als pensionierter Naturkundelehrer ein breites Wissen zum Thema «Schmetterlinge» habe, entschloss ich mich, noch mehr über die Zucht von unseren einheimischen Schmetterlingen zu erfahren. Ich besuchte also den vom Berner Marc de Roche (Papa Papillon) geleiteten Kurs in der Wyss Gartenakademie in Ostermundigen. Das gezeigte Material und die Tipps und Tricks weckten meine Züchterambitionen und so beschloss ich, mit der Schwalbenschwanzzucht im Frühjahr 2021 zu beginnen.
Schon seit Jahren beobachteten wir in den Sommermonaten Schwalbenschwänze, welche auf der Suche nach geeigneten Eiablagestellen gekonnt durch unseren Garten flogen. In Anlehnung an die Dekoration der antiquirten Biscuitschachteln von Kambly (aus den 50iger und 60iger Jahren) nennen wir unsere Besucher «Kamblyfalter» oder kurz «Kambly». Vielleicht kann ich ja mithelfen, dass der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) in ein paar Jahren bei uns nicht schon verschwunden ist.
Im Sommer 2025 ist eine weitere Schmetterlingsart dazugekommen: Ich züchtete erstmals Tagenpfauenaugen, die eine andere Entwicklung als die Schwalbenschwänze durchmachen. Ein Weibchen des Tagpfauenauges setzt bis 200 Eier am gleichen Ort an Brennesseln ab. Die Raupen schlüpfen nahezu gleichzeitig und fressen sich als «Grossfamilie» durch die benachbarten Brennesselpflanzen. Die Verpuppung und das spätere Schlüpfen erfolgen ebenfalls fast gleichzeitig, so dass die Falter «im Schwarm» das Aerarium verlassen. Tagpfauenaugen überwintern als Falter und verlassen ihren Ort der Winterruhe im zeitigen Frühjahr.